Junges Ehrenamt fordert starke Strukturen

Unter dem Motto „Ehrenamt Re:loaded – Junge Ideen für ein starkes Brandenburg“ kamen am 13. Juni in Wittstock Delegierte von 31 Kinder- und Jugendverbänden sowie sieben Stadt- und Kreisjugendringen zur 43. Vollversammlung des Landesjugendrings Brandenburg zusammen.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie das ehrenamtliche Engagement junger Menschen künftig besser unterstützt werden kann. Angesichts geplanter Sparmaßnahmen im Landeshaushalt verabschiedeten die Delegierten Forderungen zur Stärkung der Jugendverbandsarbeit und demokratischer Strukturen in Brandenburg. Sie sprechen sich unter anderem für eine verlässliche Finanzierung, mehr politische Anerkennung des jungen Ehrenamts sowie eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung des Landesjugendplans aus.
„Wer demokratisches Engagement von jungen Menschen einfordert, muss die Strukturen, die dieses ermöglichen, verlässlich absichern“, betonte Björn Schreiber, Geschäftsführer des Landesjugendrings Brandenburg.

Neben den Beschlüssen zur Stärkung demokratischer Strukturen diskutierten die Teilnehmenden auch über digitale Teilhabe, Medienbildung und die Selbstbestimmung junger Menschen. Zudem sprachen sie sich gegen verpflichtende Dienste aus und forderten stattdessen eine stärkere Unterstützung freiwilliger Engagementformate wie FSJ, FÖJ und BFD. Im Austausch mit Vertreter*innen aus Politik und Jugendorganisationen wurden aktuelle Herausforderungen und Perspektiven des jungen Ehrenamts diskutiert.

Die Vollversammlung machte deutlich: Junge Menschen übernehmen Verantwortung für Demokratie und Zusammenhalt in Brandenburg – dafür brauchen sie verlässliche Rahmenbedingungen und politische Unterstützung.

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Zu den Beschlüssen

 

 

 

Turn up the Rainbow: Tourstart Schöner leben ohne Nazis

Am 6. Juni 2026 startet die Kampagne „Schöner leben ohne Nazis“ mit ihrer diesjährigen Sommertour beim CSD Seenland Oder-Spree in Storkow (Mark). Unter dem Motto „Turn up the Rainbow!“ bringt die Tour junge Menschen in Brandenburg bei CSDs, Demokratiefesten, Schul- und Sportveranstaltungen zusammen, um gemeinsam ein Zeichen gegen Rechtsextremismus, Diskriminierung und Ausgrenzung zu setzen.

Organisiert wird die landesweite Aktionsreihe vom Aktionsbündnis Brandenburg gemeinsam mit dem Landesjugendring Brandenburg. Ziel ist es, engagierte junge Menschen sichtbar zu machen, Austausch zu fördern und demokratisches Engagement im ganzen Land zu stärken. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf der Unterstützung queerer Veranstaltungen, die zunehmend von Anfeindungen betroffen sind.

Die Sommertour umfasst zahlreiche Stationen in Brandenburg, darunter viele Christopher Street Days sowie weitere kulturelle und politische Veranstaltungen. Neben Informations- und Aktionsständen sind auch musikalische Formate Teil des Programms, etwa ein Konzert des Rap-Duos Hinterlandgang im August in Südbrandenburg.

Tourstationen TURN UP THE RAINBOW 2026
06.06.26 | Storkow, CSD Seenland Oder-Spree
19.06.26 | Treuenbrietzen, 25 Jahre Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, Gesamtschule Treuenbrietzen
27.06.26 | Bernau, CSD
07.07.26 | Fürstenwalde, Campusfest Oberstufenzentrum
10.07.26 | Cottbus, Kultur-Campus Sachsendorf
11.07.26 | Wittenberge, Familientag Festspielwoche
17.07.26 | Groß Machnow, Jugendlager Kreisjugendfeuerwehr Teltow-Fläming
08.08.26 | Königs Wusterhausen, Bergfunk Openair
28.08.26 | Südbrandenburg, Rap-Konzert Hinterlandgang
12.09.26 | Rathenow, CSD
19.09.26 | Hennigsdorf, CSD

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Das war 2025: Unser Jahresbericht ist da!

Für uns immer wieder ein Ereignis: Ein ganzes Jahr Arbeit in einer Broschüre gebunden. Dieses Ausgabe ist eine Besondere: Sie strahlt in unserem neuen Design und neuem Format und bietet tolle Einblicke in unsere Arbeit – nicht nur des vergangenen Jahres sondern auch der letzten 35 Jahre Landesjugendring Brandenburg. Viele Wegbegleiter*innen sowie unsere Mitglieder berichten über diese Zeit und was der LJR für sie erreicht hat.

Viel Spaß beim Blättern und Lesen.

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Umweltministerin überreicht Zertifikate zum FÖJ-Abschluss

40 junge Menschen haben heute in Potsdam ihre Zertifikate für ein erfolgreich absolviertes Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) erhalten. Die Urkunden wurden von Brandenburgs Umweltministerin Hanka Mittelstädt überreicht. Insgesamt haben im Jahrgang 2025/2026 landesweit 120 Freiwillige ein zwölfmonatiges FÖJ abgeschlossen.

Während ihres Einsatzes engagierten sich die Teilnehmenden unter anderem in Waldkindergärten, Naturschutzstationen, Forstämtern, in der ökologischen Landwirtschaft oder in der Tierpflege. Dabei sammelten sie praktische Erfahrungen im Natur-, Umwelt- und Tierschutz und erhielten wichtige Orientierung für ihren weiteren beruflichen Weg.

Umweltministerin Hanka Mittelstädt würdigte das Engagement der Freiwilligen und betonte die Bedeutung des FÖJ für Umwelt, Gesellschaft und den Zusammenhalt in Brandenburg.

Das Freiwillige Ökologische Jahr bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich aktiv für Nachhaltigkeit und Umweltschutz einzusetzen und gleichzeitig wertvolle Einblicke in ökologische Berufsfelder zu gewinnen.

Erfolgreiches Beteiligungsformat: Erstes Parlamentarisches Jugendforum

Am vergangenen Wochenende fand im Landtag Brandenburg erstmals das Parlamentarische Jugendforum statt. Etwa 50 Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Brandenburg kamen zusammen, um ihre Themen, Ideen und Forderungen direkt in den politischen Prozess einzubringen. Der Landesjugendring Brandenburg war maßgeblich an der inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitung beteiligt und verantwortete insbesondere die Entwicklung sowie Umsetzung des Awareness-Konzepts für die gesamte Veranstaltung.

Das Parlamentarische Jugendforum ist ein neues Beteiligungsformat für junge Menschen zwischen 14 und 21 Jahren. Es macht parlamentarische Abläufe greifbar und zeigt, wie junge Stimmen konkret Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen können.

Unter dem Motto „Deine Zukunft. Dein Brandenburg.“ wurde drei Tage lang intensiv gearbeitet und diskutiert. In verschiedenen Workshops standen zentrale Themen wie Mobilität, Bildung, Digitalisierung, ländliche Räume, Demokratie und Jugendkultur im Fokus. Darüber hinaus bot das Forum die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Abgeordneten – Politik zum Anfassen und Mitgestalten.

Die gemeinsam erarbeiteten Forderungen wurden abschließend in Form eines 20-seitigen Dokuments im Plenarsaal feierlich an die Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke übergeben. Sie fließen nun in die weitere Arbeit des Landtages ein und werden im parlamentarischen Prozess berücksichtigt.

Einige ihrer zentralen Forderungen:
• Jugendorte sichern & ausbauen
• Bezahlbare Mobilität (z. B. günstigeres Deutschlandticket)
• Bessere Unterstützung für mentale Gesundheit – vor allem im ländlichen Raum
• Mehr digitale Bildung & moderne Schulen
• Stärkere Jugendbeteiligung vor Ort

• Schule praxisnäher gestalten & individueller fördern

Wir freuen uns auf eine Wiederholung dieses bereichernden Beteiligungsformats im kommenden Jahr.

Schöner leben ohne Nazis 2026 – Jetzt als Tourstation bewerben!

Seit vielen Jahren gibt es von der Aktion „Schöner leben ohne Nazis“ eine Sommertour durch Brandenburg – so auch in diesem Jahr! Von Anfang Juni bis Ende September werden wieder viele Aktionsstände vor Ort sein. Organisiert wird die Kampagne vom Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Rassismus und dem Landesjugendring Brandenburg e. V., sie richtet sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene.

Dieses Jahr gilt das Motto: TURN UP THE RAINBOW. Denn Solidarität mit Queers in Brandenburg ist keine Eintagsfliege. Die Angriffe von rechts nehmen zu und wir bleiben laut und unterstützend. Für ein schönes Brandenburg, für ein schönes Leben für alle ❤️

Die Stände eignen sich gut, um sie in ein bestehendes, öffentliches Veranstaltungsformat einzubinden – zum Beispiel einen Aktionstag, ein Festival, einen CSD oder ein Sommerfest. Wir bieten Mitmach-Aktionen an, wie etwa ein Glücksrad mit Quizfragen oder eine Fotowand. Wir haben tolle Gewinne mit unserem Schöner leben ohne Nazis-Slogan dabei und kommen gern mit den Menschen vor Ort ins Gespräch.

Bewerbungsfrist: 17. Mai 2026

Das brauchen wir von euch:

Einen schönen Ort, ein nettes Publikum und organisatorische Unterstützung.
Ihr habt Lust? Dann schickt uns eine Nachricht an:
slon@aktionsbuendnis-brandenburg.de

Bitte teilt uns mit:

1. Wann und wo ihr eine Veranstaltung plant,
2. in welchem Rahmen eure Veranstaltung stattfindet,
3. welche Zielgruppe ihr ansprechen wollt.

Das Kleingedruckte:

Die Kapazitäten sind begrenzt. Bei der Auswahl der Tourstationen schauen wir vor allem auf die Zielgruppen und darauf, dass wir in möglichst vielen Regionen Brandenburgs Halt machen können.

 

Tatorte markieren – Menschen gedenken: Junge Menschen machen Geschichte sichtbar

Vom 15. April bis 15. Mai 2026 machen junge Menschen in ganz Brandenburg Orte nationalsozialistischer Verbrechen sichtbar. Mit der Aktion „Tatorte markieren – Menschen gedenken“ lädt der Landesjugendring Brandenburg e.V. dazu ein, lokale Geschichte zu entdecken und ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen.
Anlässlich des 81. Jahrestags der Befreiung der Konzentrationslager und des Endes des Zweiten Weltkriegs engagieren sich Jugendgruppen und Initiativen, um NS-Tatorte zu markieren und ihre Geschichten öffentlich zu machen.
Zentrales Element der Aktion ist die Markierung historischer Orte mit Absperrband – ein Symbol, das Aufmerksamkeit schafft und Vergangenheit in die Gegenwart holt. Begleitend teilen Teilnehmende ihre Beiträge auch in sozialen Medien und bringen die Erinnerung in den digitalen Raum.
Auch der Austausch mit politischen Vertreter*innen ist Teil der Initiative. Interessierte können sich weiterhin beteiligen und eigene Aktionen umsetzen.

Weitere Informationen zur Aktion und zur Flatterband-Bestellung gibt es hier.

Die Aktion findet im Rahmen des Projektes „re<<member – Jugendliche erinnern an NS-Verbrechen in Brandenburg“ statt. In Kooperation mit der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und gefördert von der Aktion Mensch.

Unser Statement zum Koalitionsvertrag von SPD und CDU

Der Koalitionsvertrag von SPD und CDU in Brandenburg steht unter dem Leitmotiv „Verantwortung für Brandenburg“. Aus Sicht des Landesjugendrings Brandenburg gehört dazu insbesondere die Beteiligung junger Menschen an politischen Entscheidungen. Dieser Anspruch bleibt im Vertrag jedoch deutlich hinter den Erwartungen junger Menschen zurück.

Positive Ansätze für junge Menschen

Anerkennung der Jugendverbandsarbeit

  • Jugendverbandsarbeit wird als bedeutender Bereich der Jugendhilfe hervorgehoben
  • Der Landesjugendplan bleibt als zentrales Förderinstrument bestehen

Unterstützung für Ehrenamt und Engagement

  • Anerkennung der Bedeutung des Ehrenamts
  • Bürokratieabbau und stärkere Nutzung von Lottomitteln für Engagementprojekte
  • Bündelung von Beratungs- und Unterstützungsstrukturen

Anerkennung von außerschulischer und politischer Bildung

  • Bedeutung von kultureller Bildung, Sport und Vereinsleben wird betont
  • Gedenkstättenarbeit soll gestärkt werden
  • Geplanter monatlicher kostenfreier Eintritt für junge Menschen in Museen und Gedenkstätten
  • kostenfreier Eintritt für junge Menschen in Museen und Gedenkstätten

Schwerpunkt bei Gesundheit

  • Maßnahmen zur Kinder- und Jugendgesundheit
  • Verbesserungen bei psychotherapeutischer Versorgung

Schwerpunkt bei Vielfalt und Teilhabe

  • Bekenntnis zu Inklusion, Vielfalt und Programmen wie dem Aktionsplan “Queeres Brandenburg”
Zentrale Kritikpunkte aus jugendpolitischer Sicht

Keine ausreichende Finanzierung der Jugendarbeit

  • Förderung der Jugendverbandsarbeit bleibt auf bisherigem Niveau
  • Inflation und Tarifsteigerungen führen faktisch zu Kürzungen
  • Gefahr von Stundenreduzierungen oder Stellenabbau

Zu wenig Anerkennung außerschulischer Bildung

  • Non-formale Bildungsangebote werden kaum als eigenständiger Bildungsbereich betrachtet
  • Freizeit und selbstgestaltete Räume von Jugendlichen finden wenig Beachtung
  • Freie Träger werden zu wenig in Zukunftsstrategien wie Digitalisierung einbezogen

Unklare Unterstützung für junge Engagierte

  • Keine konkreten Maßnahmen zur Förderung jungen Engagements
  • Wichtige Instrumente bleiben unerwähnt:
    • Stärkung der Jugendleiter*innen-Card (Juleica)
    • Freistellungsregelungen für Schüler*innen und Auszubildende
    • Anerkennung von Engagement im Studium
    • Deutschlandticket für Juleica-Inhaber*innen oder freie Fahrt für Freiwilligendienstleistende

Keine gesicherte Finanzierung der Freiwilligendienste

  • Finanzierung muss sich den aktuellen Entwicklungen und Förderungen auf Bundesebene anpassen
  • keine gesicherte Förderunng über die aktuelle EU-Förderperiode hinaus

Zu wenig Fokus auf Zukunftsfragen

  • Klimaschutz wird nur am Anfang erwähnt und später kaum behandelt
  • Kürzungen bei Infrastruktur, Bildung oder Klimaschutz könnten langfristige Folgen für junge Generationen haben

Offene Fragen bei Migration und Integration

  • Schnellere Anerkennung von Abschlüssen geplant
  • Wichtige Themen bleiben jedoch offen:
    • Familiennachzug
    • Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten
    • verlässliche Integrationsbudgets

Demokratieförderung ausbaufähig

  • Extremismus wird als Gefahr benannt
  • Eine klare Fokussierung auf rechtsextreme Bedrohungen fehlt
  • Mehr Unterstützung für politische Bildung und zivilgesellschaftliche Initiativen wäre notwendig

Fazit
Der Koalitionsvertrag enthält einige positive Ansätze für junge Menschen. Gleichzeitig bleiben wichtige jugendpolitische Fragen offen oder werden nur unzureichend behandelt. Aus Sicht des Landesjugendrings braucht es mehr Mut und Verlässlichkeit, um die Lebensrealitäten junger Menschen stärker zu berücksichtigen, Beteiligung zu ermöglichen und langfristige Perspektiven für Bildung, Engagement und demokratische Teilhabe zu schaffen.

Zur ausführlichen Stellungnahme

 

Jetzt als Spurensuche-Gruppe anmelden und die NS-Geschichte vor Ort erforschen!

Jugendliche erforschen NS-Geschichte vor Ort und ihre Nachwirkungen – Der Landesjugendring Brandenburg lädt zur Spurensuche ein

Der Landesjugendring Brandenburg e.V. eröffnet erneut jungen Menschen die Möglichkeit, sich aktiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen – in enger Kooperation mit den Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück. Ab sofort können sich Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 25 Jahren als „Spurensuche-Gruppe“ des Projektes „re<<member. Jugendliche erinnern an NS-Verbrechen in Brandenburg“ anmelden.

Wie sieht erinnerungskulturelles Engagement konkret aus?

Wie lebendig und wirksam historische Bildungsarbeit sein kann, zeigt eindrucksvoll ein Projekt zum ehemaligen KZ-Außenlager Schlieben-Berga, das im Rahmen des Spurensuche-Projekts entstand. Mit Kreativität, Eigeninitiative und großem Verantwortungsbewusstsein haben Jugendliche eine Arbeit geschaffen, die Lust macht, selbst Teil des Programms zu werden. Die Jugendlichen recherchierten eigenständig, führten Gespräche und entwickelten vielfältige Formate, um ihre Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So entstand u.a. ein detailgetreues Modell des ehemaligen Lagers, eine eigene Website mit Informationen zur Geschichte des Lagers und zu den Biografien der Inhaftierten oder die Durchführung öffentlicher Führungen über das ehemalige Lagergelände. Im

Welche Ziele verfolgt das Spurensuche-Programm?

Auch in diesem Jahr lädt der Landesjugendring Brandenburg junge Menschen dazu ein, Geschichte dort zu erforschen, wo sie gelebt wurde: in Städten, Dörfern und Regionen Brandenburgs. Ob bekannte Erinnerungsorte, Spuren jüdischen Lebens, die Rolle von Zwangsarbeit oder der Umgang mit rechter Gewalt nach 1945 – die Themen ergeben sich aus dem lokalen Umfeld und den Interessen der Gruppen selbst. Im Mittelpunkt des Projekts stehen die Fragen, wie die NS-Zeit und ihre Ideologien vor Ort wirkten sowie welche Bezüge sich in der Gegenwart und im Alltagsumfeld Jugendlicher finden lassen.

Die Spurensuche erfolgt außerhalb von Schule und Unterricht und bietet viel Raum für eigene Ideen. Jugendliche recherchieren in Archiven, besuchen Gedenk- und Erinnerungsorte, führen Gespräche mit Zeitzeug*innen oder Expert*innen und entscheiden selbst, wie sie ihre Ergebnisse sichtbar machen möchten. Ein Blick ins Projektarchiv zeigt die Vielfalt bereits realisierter Jugendgeschichts-projekte etwa in Schlieben, Lauchhammer und Luckenwalde.

Wie wird im Spurensuche-Programm unterstützt und begleitet?

Begleitet werden die Gruppen vom Zeitwerk-Team des Landesjugendrings und den pädagogischen Diensten der Gedenkstätten Ravensbrück und Sachsenhausen. Sie unterstützen bei der Gruppen- und Themenfindung, vermitteln Kontakte zu Archiven und Gedenkstätten und bieten Workshops zu Recherche, historischer Einordnung und kreativer Umsetzung an. Jede Spurensuche-Gruppe erhält eine finanzielle Förderung von bis zu 700 Euro für Recherche, Material und Dokumentation. Um die Arbeit vor Ort zu stärken, arbeitet der Landesjugendring Brandenburg mit Projektbegleiter*innen zusammen. Das können Ehrenamtliche, Personen aus Geschichtsvereinen, Jugendguides oder Fachkräfte aus der Jugendarbeit sein. Auch hier unterstützt das Projektteam bei der Suche nach passenden Ansprechpersonen oder beim Zusammenfinden von Gruppen.

Warum sollten  junge Menschen teilnehmen?

Das Projekt „Spurensuche“ ermöglicht Jugendlichen nicht nur historisches Lernen, sondern echte gesellschaftliche Teilhabe. Sie werden zu aktiven Gestalter*innen von Erinnerungskultur, entwickeln Medienkompetenz, Teamfähigkeit und ein Bewusstsein für die Bedeutung historischer Verantwortung. Interessierte Initiativen und Jugendliche sind herzlich eingeladen eigene Projekte zu realisieren. Das Engagement in Schlieben-Berga macht deutlich, welches Potenzial in jungen Menschen steckt – wenn man ihnen Raum gibt, Geschichte selbst zu erforschen und sichtbar zu machen.

Anmeldung und weitere Informationen hier

Kontakt:

Maria Gleu

Referentin für historisch-politische Bildung im Projekt re<<member

+49 (0) 151 121 40 552 maria.gleu@ljr-brandenburg.de