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Jule Grienitz

Es ist unsere Pflicht, Kinder und Jugendliche vor sexualisierter Gewalt zu schützen und unsere Aufgabe, sei bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung - auch im Bereich der Sexualität - zu unterstützen.

In ihrer Arbeit als Schulsozialarbeiterin in Brandenburg/MOL bei der Stiftung SPI ist ihr dieses Thema besonders eindrücklich gewesen: Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Statistisch betrachtet sind ein bis zwei Kinder pro Schulklasse davon betroffen. Bei Jugendlichen – die eher Gefahr laufen, sexualisierter Gewalt durch Gleichaltrigen zu erfahren – sind es sogar über 50%.

Mit ihren präventiven Angeboten stärkt sie junge Menschen. Diese sollen wissen, was sexualisierte Gewalt ist und dass die Schuld an solchen Gewalterfahrungen niemals bei ihnen liegt. Das Sprechen über Gewalt muss gelehrt werden, damit Schamgefühle nicht den Zugang zu Hilfe verstellen. Die Verantwortung, Hilfe zu gewähren, liegt bei den Erwachsenen. Um Kinder und Jugendliche schützen und unterstützen zu können, müssen Eltern und pädagogische Fachkräfte Täter:innen-Strategien erkennen können und Handlungssicherheit bei der Intervention haben.

Auf der anderen Seite ist es unabdingbar, jungen Menschen den Unterschied zwischen sexualisierter Gewalt und Sexualität klar aufzuzeigen. Viele machen im Laufe ihrer Pubertät erste sexuelle Erfahrungen. Diese tragen zu ihrer Persönlichkeitsentwicklung bei und können ihre Sexualität als Erwachsene nachhaltig beeinflussen. Daher sollten präventive Angebote sie darin bestärken, ihre Bedürfnisse zu erkennen und ihre Sexualität selbstbestimmt zu gestalten und dabei die Grenzen anderer zu achten. Das Prinzip des Konsens eröffnet einen Raum für Neugier, Genuss und Empathie im Kommunizieren über intime Handlungen.

Jule Grienitz Bildungsangebote erstrecken sich über Workshops für Kinder und Jugendliche, Elternabende, Beratungen für pädagogische Einrichtungen, Fortbildungen für Fachkräfte und Impulsvorträge.