überLAGERt- lokale Jugendgeschichtsarbeit an Orten ehemaliger KZ-Außenlager in Brandenburg

Gemeinsam mit Jugendlichen und Freiwilligen der Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück erfassen wir die Orte ehemaliger KZ-Außenlager in Brandenburg. Die Karte wird fortlaufend mit Informationen ergänzt. Bald auch mit euren Forschungsergebnissen?

WIR GEHEN AUF SPURENSUCHE

Im Projekt „überLAGERt“ begeben sich Jugendliche aus verschiedenen Orten Brandenburgs in ihrer Stadt, ihrem Dorf, ihrer Region auf historische Spurensuche, um die Geschichte der Außenlager der Konzentrationslager zu erforschen. Denn neben den „großen“ Konzentrationslagern wie Sachsenhausen und Ravensbrück, gab es viele kleinere Außenlager mehr. Wo waren die Lager, welche Spuren sind erhalten? Wer waren die Menschen, die dort von den Nazis inhaftiert wurden und Zwangsarbeit leisten mussten? Haben sie überlebt? Wie hat sich die ortsansässige Bevölkerung verhalten? Wer erinnert sich daran/an die Zwangsarbeiter*innen? Wie wird heute mit dieser Geschichte umgegangen?

WIE MACHEN WIR DAS?

In Workshops, Seminaren und Exkursionen beschäftigen wir uns mit dem System der Zwangsarbeit und KZ-Außenlager in Brandenburg. Wir fragen nach ganz konkreten Auswirkungen vor Ort, suchen nach Zeitzeug*innen und recherchieren in Archiven. Die Ergebnisse bringen wir an die Öffentlichkeit. Egal ob temporäre oder dauerhafte Erinnerungsformate (Video, Licht- und Soundinstallationen, Gedenktafeln, Markierungen von Fundamenten, ….) – wir überlegen uns eine kreative Form, um die lokale Auseinandersetzung mit der Geschichte anzuregen.

WAS HABT IHR DAVON?

Wenn ihr Lust zum Denken habt, euren Horizont erweitern wollt und  wissen wollt, warum die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus in unserer Gesellschaft ein so machtvolles Thema ist, dann lest weiter:
Ihr habt Lust, eigenständig, mit Leuten die ihr mögt, zusammenzuarbeiten und euch ein eigenes Bild vom „dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte“ zu machen? Dann seid ihr hier richtig. Ihr werdet viele tolle Erfahrungen machen, Begegnungen mit interessanten Menschen haben, euch Wissen und Kompetenzen aneignen. Ihr könnt selbst entscheiden, wie tief ihr in die Materie eintauchen wollt und ihr werdet mitreden können wie Geschichte erinnert wird. Als Gruppe bestimmt ihr euren eigenen Weg, eure Art der Auseinandersetzung, eure Spurensuche, ihr entdeckt Unbekanntes und Unbesprochenes. Ihr wirkt auch auf die Art und Weise ein, wie bei euch vor Ort mit der Geschichte der Häftlinge der ehemaligen KZ-Außenlager umgegangen wird, aber auch mit der der Täter*innen und weiteren Akteur*innen. Vielleicht denkt ihr, dass ihr für so ein anspruchsvolles Thema nicht die Richtige*n seid, weil ihr in Deutsch oder Geschichte nicht so gut seid – vergesst das! Wir sind uns sicher jede*r von euch hat Stärken, Interessen und Begabungen, welche ihr in das Projekt einbringen könnt. Ihr werdet euer Projekt zu einem besonderen Projekt machen.

Projektverlauf

Mit eurer Gruppe werdet ihr Teil des überLAGERt-Projektes sein, denn in den Jahren 18/19, 19/20 und 20/21 werden je fünf Jugendgruppen zeitgleich forschen. Innerhalb eines Jahrgangs werdet ihr, neben eurer Gruppenarbeit vor Ort, Zeit für gemeinsame Workshops und den Austausch untereinander haben. Für den ersten Jahrgang wird das ungefähr so aussehen:

Euer Projektjahr

| Interesse zeigen „Was bedeutet überLAGERt!?“
Ihr seid zwischen 14- und 27 Jahre alt? Ihr habt Lust zu einem ehemaligen Lagerort in euer Nähe zu forschen? Dann meldet euch bei uns!

| Recherchephase: „Geschichte entdecken“
Wir kommen zu euch. Gemeinsam machen wir eine Vor-Ort-Begehungen der Außenlagerstandorte. Bei lokalen Workshops steigen wir tiefer in die Thematik ein (Fokus: Methoden historischen Arbeitens / Arbeit mit Quellen). Ihr entwickelt eure Ideen für die weitere Projektumsetzung.

März – April 2019 | Workshop: „Geschichte verstehen“
Vom 1.3.-3.3.2019 treffen wir uns zu einem weiteren gemeinsamen Workshop-Wochenende in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Voraussichtlich im April machen wir eine Exkursion ins Archäologische Landesmuseum. Vor Ort setzt ihr eure lokalen Recherchen fort. Ihr beginnt mit der Erarbeitung von Präsentationsideen.

Mai – Juni 2019 | Auswertungsphase: „Geschichte dokumentieren“
Jetzt gilt es aus den vorhandenen Recherchen auszuwählen, was präsentiert werden kann. Mit lokalen Workshops zur Konzeption eurer Präsentationen unterstützen wir euch dabei den roten Faden zu finden und euch bestmöglich auf die Präsentationen vorzubereiten.

Juni- Juli 2019 | Präsentationsphase: „Geschichte machen“
Vor Ort werdet ihr mit euren Recherchen viel Aufmerksamkeit erregen und den Austausch über die noch längst nicht aufgearbeitete Geschichte anregen. Bei der Jugendgeschichtsmesse am 17. Juni 2019 werdet ihr eure Ergebnisse einem überregionalen Publikum vorstellen und euch mit weiteren Forschungsgruppen austauschen. Natürlich darf nach diesen aufregenden Tagen die Auswertung des gesamten Projektverlaufs in eurer Gruppe nicht fehlen. Denn jetzt ist auch die Zeit gekommen um gemeinsam zurückzuschauen – was habt ihr gemeinsam erlebt? Was hat von Anfang an gut geklappt? Wo habt ihr als Einzelne, aber auch als Gruppe gelernt? Inwiefern hat dieses Projekt euch und euren Blick auf die Gesellschaft verändert?

 

Wer steckt hinter dem Projekt?

Jugendlichen die Möglichkeit zu geben – sich mit den Spuren des Nationalsozialismus bei sich vor Ort zu beschäftigen – wollen, der Landesjugendring Brandenburg e.V. in Kooperation mit der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und hier insbesondere mit der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück und der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und die Stiftung „Großes Waisenhaus zu Potsdam“
 

Gefördert wird das Projekt von der Aktion Mensch, der Kurt und Herma Römer Stiftung sowie der F.C. Flick Stiftung – gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz.

                     

Foto: Im Depot der Gedenkstätte Sachsenhausen, 2014 (Foto: Lars Köhler/GMS)