10 Gruppen werden von März bis November 2025 ihre Projektideen umsetzen und bei sich vor Ort nach lokalen Spuren der Geschichte suchen. Was sie vorhaben, lest ihr hier:
﹀'Punk in Potsdam: Geschichte, Einfluss und Identität', 14473 Potsdam
Projektort: 14473 Potsdam
Landkreis: Potsdam Mittelmark
Träger: Stiftung SPI, Jugendtreff clubmitte
Im Rahmen des Jugendgeschichtsprojektes möchten wir uns mit der Geschichte der Punkbewegung in Potsdam beschäftigen. Aus heutiger Sicht denken wir bei Punk eher an eine Bewegung aus den 70-ern, aber auch heute noch gibt es junge Menschen, die wir optisch deutlich zu dieser Szene zuordnen. Was macht Punk heute noch attraktiv? Ist Punk mehr als Abgrenzung von der Gesellschaft? Dazu wollen wir mit Zeitzeugen in den Austausch treten, die in den späten Jahren der DDR selbst dieser Szene angehörten. Wie politisch war Punk zu dieser Zeit und welche Auswirkungen hatte es für den/die Einzelne/? Was davon ist heute noch gültig?
Zu diesen Fragen wollen wir mit den Jugendlichen forschen und in die verschiedenen Biografien unserer Gesprächspartner*innen eintauchen.
Insta Clubmitte
Stiftung SPI
﹀'Auf den Spuren von Giuseppe Lopedote', 01979 Lauchhammer
Projektort: 01979 Lauchhammer
Landkreis: Oberspreewald-Lausitz
Träger: Arche Jugendbegegnungszentrum
In der Nachbarstadt Schwarzheide befand sich ein KZ Außenlager/Stammlager Sachsenhausen. 2022 kontaktierte Katia Lopedote über den LJR Brandenburg die Zeitensprüngegruppe Lauchhammer. Sie stellte der Gruppe ein in italienisch geschriebenes Tagebuch ihres Großvaters zur Verfügung. Nach der ersten groben Übersetzung wurde der Gruppe bewusst, das ein Italienischer Militätinhaftierter ebenfalls in Schwarzheide in der Zeit von 1944-1945 unter unmenschlichen Bedingungen gemeinsam mit den KZ Häftlingen gearbeitet und um sein Überleben kämpfen musste. Dieser Fakt wurde bisher in keiner Quelle im Rahmen der Projekte „überLagert“ 2017 und REMEMBER 2024 gefunden. 2024 wurde mit einer intensiven Spurensuche nach IMI (Italienischen Militärinhaftierten) begonnen und soll 2025 weitergeführt werden.
﹀'1945 Reloaded: Spuren, Stimmen, Stories aus Potsdam', 14467 Potsdam
Projektort: 14467 Potsdam
Landkreis: Potsdam Mittelmark
Träger: Stiftung Garnisionskirche Potsdam
„Das Projekt „1945 Reloaded: Spuren, Stimmen, Stories aus Potsdam“ erforscht das Kriegsende 1945 in Potsdam und dessen Auswirkungen auf die Region und ihre Bewohner:innen bis heute. Die Projektgruppe befragt Zeitzeug:innen, die das Kriegsende als Kinder erlebten, durchstöbert lokale Archive und besucht historische Orte wie die Garnisonkirche. Ziel ist es, persönliche Geschichten in den historischen Kontext einzubetten und die Spuren des Krieges in der Stadt sichtbar zu machen.
Die Ergebnisse werden in multimedialer Form präsentiert – als Podcast und Eintrag in der Potsdam HistoryApp. So wird die Vergangenheit lebendig und nachhaltig in die Gegenwart übertragen und zeitgemäß vermittelt.
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﹀'Vom Mehrwert des Einhorn', 14776 Brandenburg/Havel
Projektort: 14776 Brandenburg/Havel
Landkreis: Brandenburg/Havel
Träger: Pirckheimer Gesellschaft e.V.
Das Forschungsprojekt stammt aus der Mythologie und hat in der Kunstgeschichte eine große Verbreitung gefunden. Die Bücherkinder in Brandenburg/Havel werden gemeinsam mit dem Museum Baberini an der neuen Ausstellung „Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst“ arbeiten. Dabei werden wir die mythologische Bedeutung des Einhorns in der internationalen bildenden Kunst, der Malerei, der Plastik, der Grafik und in der Literatur zum Forschungsgegenstand machen und dieses Thema aus der überbordenden Trivialität herausholen. All diese Bezüge bieten für die Bücherkinder Schreibanlässe, um den tiefen Brunnen der Vergangenheit zu erforschen und einem jungen Publikum zugänglich zu machen.
Sie werden dabei den Fokus auf mögliche soziale Seiten dieses Mythos EINHORN legen und erforschen, welchen Mehrwert diese Fabeltiere für unsere zeitgenössischen Fragen haben werden!
﹀'Andersartig gedenken - Stimmen der Vergangenheit', Landkreis Dahme-Spreewald
Projektort: Verschiedene Orte im Landkreis
Landkreis: Dahme-Spreewald
Träger: HVD Ostbrandenburg
Im Mittelpunkt des Projektes stehen die NS- „Euthanasie“- Verbrechen/ T4- Aktion. Zwischen 1939 und 1945 sind 300.000 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen durch die Nationalsozialisten ermordet worden. 400.000 Menschen wurden zwangssterilisiert. Viele starben den Hungertot in den sogenannten Heilanstalten, wurden vergast oder durch eine Spritze umgebracht.
Im Mittelpunkt stehen biografische Erkundungen , die Opfer sichtbar zu machen und ihnen zu gedenken. Warum ist es passiert? Kann so etwas wieder passieren?
Es sollen Bezüge auf aktuelle gesellschaftspolitische Diskurse, wie z.B. den Umgang mit Menschen mit Behinderungen, Akzeptanz und Toleranz von Vielfalt, Barrierefreiheit oder auch bioethische Fragestellungen hergestellt werden.
﹀' #GeradeJetzt ', 14482 Potsdam
Projektort: 14482 Potsdam
Landkreis: Potsdam Mittelmark
Träger: Johanniter-Jugend in der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. RV Potsdam-Mittelmark-Fläming
Wir wollen mit unseren Jugendlichen die Zeitspanne 1919-1945 in Potsdam und Umgebung erforschen. Angefangen bei der Kaiserfamilie und wie sie lebte, wann und warum sie in das niederländische Exil ging, welche symbolische Rolle die Garnisonskirche während der Zeit des Nationalsozialismus spielte, was eigentlich im Haus der Wannsee-Konferenz alles geplant wurde und wofür das Haus noch diente und schließlich wie das dritte Reich aufgelöst worden ist.
Johanniter-Jugend
﹀'Kofferradio, Konsummarken & Kohlenmann – Alltag in der DDR. Eine lolale Spurensuche', Perleberg und Wittenberge
Projektort: 14471 Perleberg und Wittenberge
Landkreis: Prignitz
Träger: wha-Stiftung
»Was sind DDR-Wörter?« Jugendliche fragten Nachbarn: Kofferradio, Nietenhose, Knusperflocken, Knast für politische Opposition, Intershop, Westpaket. Kohlenmann und Ofenheizung. Die Hauswände waren grau. Plattenbauwohnungen rar. Ostgeld wenig wert. Einige hatten Westgeld für den Intershop, für Jeans, sie war politisch verachtet als Zeichen von Rebellion. In den 70ern wurde das SED-Regime moderater, fertigte Nietenhosen vs. Jeans wie Wisent oder Shanty. Der Alltag brachte eigene Worte hervor. Kosmonaut vs. Astronaut, Kinderkombination für Kita/Krippe. Im Sommer am Strand mit Kofferradio, Brause & Trinkröhrchen sitzen. Es ist ein Lebensgefühl, das im ostdeutschen Teilstaat bestimmte Wörter hervorbrachte, DDR-Begriffe, die bis heute nur wenige im Westen verstehen.
﹀'NS Todesmärsche in Brandenburg', 16909 Heiligengrabe
Projektort: 16909 Heiligengrabe
Landkreis: Ostprignitz-Ruppin
Träger: Berlin Brandenburgische Landjugend
Im Belower Wald finden sich zahlreiche Bäume mit Inschriften von ehemaligen KZ-Häftlingen, die während der Todesmärsche gegen Kriegsende entstanden sind. Die Menschen, die hier in der Gegend wohnten, sollten von den Todesmärschen etwas mitbekommen haben. Aber es wurde und wird nicht viel darüber gesprochen. Die Inschriften sind eine Spur, der wir folgen möchten. Wer hat die Inschriften in die Bäume geritzt? Woher kamen die Menschen? Was war ihr Schicksal? Was waren die Hintergründe der Zeit? Gibt es Parallelen in unsere Gegenwart? Wir wollen ausgehend von der Gedenkstätte Belower Wald die Todesmärsche untersuchen in Ostprignitz Ruppin. Wir werden hierfür auch die Gedenkstätte des ehemaligen KZS in Sachsenhausen besuchen.
﹀'Schichtwechsel: Von A wie Agentenschule bis Z wie ZEGG', 14806 Bad Belzig
Projektort: 14806 Bad Belzig
Landkreis: Potsdam Mittelmark
Träger: Stiftung Freie Schule Potsdam
Wir wollen den zeitlichen Wandel des heutigen ZEGG Geländes (soziokulturelles Gemeinschaftsprojekt „Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung“) untersuchen mit dem Schwerpunkt auf der Nutzung zur DDR-Zeit durch das Ministerium für Staatssicherheit. Die Gründung zu Beginn des 20. Jh., die Nutzung als Sportheim während der NS-Zeit uvm. werden zunächst kein Schwerpunkt sein, kann sich aber ebenso im Verlauf ergeben. Vor allem wegen der zeitlichen Nähe erhoffen wir uns mit ersterem Fokus bessere Chancen auf Zeitzeug*innen-Gespräche. Mein Interesse als Projektbegleiter gilt vor allem in der Einordnung in den historischen Kontext – Geheimdienst(e) in der DDR, Warum?, Unterschiede in der Ausprägung, Einfluss auf den Lebensalltag der Menschen u.Ä.
﹀'Lasst uns die Geschichte zusammensetzen! '. 15230 Frankfurt (Oder)
Projektort: 15230 Frankfurt (Oder)
Landkreis: Frankfurt/Oder
Träger: pewobe gGmbH
Unser Projekt untersucht die historische Entwicklung des Grenzraums zwischen Słubice und Frankfurt (Oder) in den letzten 100 Jahren. Im Laufe dieser 100 Jahre hat sich die Grenze, und damit auch die Orte verändert. Durch die Analyse alter Karten, Archivmaterialien und historischer Quellen möchten wir die Situation zu verschiedenen Zeitpunkten rekonstruieren und sie mit heute vergleichen. Dabei wollen wir besonders auch den Einfluss der Grenzziehung und politischer Veränderungen auf das tägliche Leben der Menschen betrachtet. Ziel ist es, eine interaktive Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schaffen. Das Endprodukt ist ein Puzzle, das eine historische Karte mit aktuellen Fotografien der Orte kombiniert, um die Geschichte der Region spielerisch erfahrbar zu machen.