Jugendliche erforschen NS-Geschichte vor Ort und ihre Nachwirkungen – Der Landesjugendring Brandenburg lädt zur Spurensuche ein
Der Landesjugendring Brandenburg e.V. eröffnet erneut jungen Menschen die Möglichkeit, sich aktiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen – in enger Kooperation mit den Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück. Ab sofort können sich Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 25 Jahren als „Spurensuche-Gruppe“ des Projektes „re<<member. Jugendliche erinnern an NS-Verbrechen in Brandenburg“ anmelden.
Wie sieht erinnerungskulturelles Engagement konkret aus?
Wie lebendig und wirksam historische Bildungsarbeit sein kann, zeigt eindrucksvoll ein Projekt zum ehemaligen KZ-Außenlager Schlieben-Berga, das im Rahmen des Spurensuche-Projekts entstand. Mit Kreativität, Eigeninitiative und großem Verantwortungsbewusstsein haben Jugendliche eine Arbeit geschaffen, die Lust macht, selbst Teil des Programms zu werden. Die Jugendlichen recherchierten eigenständig, führten Gespräche und entwickelten vielfältige Formate, um ihre Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So entstand u.a. ein detailgetreues Modell des ehemaligen Lagers, eine eigene Website mit Informationen zur Geschichte des Lagers und zu den Biografien der Inhaftierten oder die Durchführung öffentlicher Führungen über das ehemalige Lagergelände. Im
Welche Ziele verfolgt das Spurensuche-Programm?
Auch in diesem Jahr lädt der Landesjugendring Brandenburg junge Menschen dazu ein, Geschichte dort zu erforschen, wo sie gelebt wurde: in Städten, Dörfern und Regionen Brandenburgs. Ob bekannte Erinnerungsorte, Spuren jüdischen Lebens, die Rolle von Zwangsarbeit oder der Umgang mit rechter Gewalt nach 1945 – die Themen ergeben sich aus dem lokalen Umfeld und den Interessen der Gruppen selbst. Im Mittelpunkt des Projekts stehen die Fragen, wie die NS-Zeit und ihre Ideologien vor Ort wirkten sowie welche Bezüge sich in der Gegenwart und im Alltagsumfeld Jugendlicher finden lassen.
Die Spurensuche erfolgt außerhalb von Schule und Unterricht und bietet viel Raum für eigene Ideen. Jugendliche recherchieren in Archiven, besuchen Gedenk- und Erinnerungsorte, führen Gespräche mit Zeitzeug*innen oder Expert*innen und entscheiden selbst, wie sie ihre Ergebnisse sichtbar machen möchten. Ein Blick ins Projektarchiv zeigt die Vielfalt bereits realisierter Jugendgeschichts-projekte etwa in Schlieben, Lauchhammer und Luckenwalde.
Wie wird im Spurensuche-Programm unterstützt und begleitet?
Begleitet werden die Gruppen vom Zeitwerk-Team des Landesjugendrings und den pädagogischen Diensten der Gedenkstätten Ravensbrück und Sachsenhausen. Sie unterstützen bei der Gruppen- und Themenfindung, vermitteln Kontakte zu Archiven und Gedenkstätten und bieten Workshops zu Recherche, historischer Einordnung und kreativer Umsetzung an. Jede Spurensuche-Gruppe erhält eine finanzielle Förderung von bis zu 700 Euro für Recherche, Material und Dokumentation. Um die Arbeit vor Ort zu stärken, arbeitet der Landesjugendring Brandenburg mit Projektbegleiter*innen zusammen. Das können Ehrenamtliche, Personen aus Geschichtsvereinen, Jugendguides oder Fachkräfte aus der Jugendarbeit sein. Auch hier unterstützt das Projektteam bei der Suche nach passenden Ansprechpersonen oder beim Zusammenfinden von Gruppen.
Warum sollten junge Menschen teilnehmen?
Das Projekt „Spurensuche“ ermöglicht Jugendlichen nicht nur historisches Lernen, sondern echte gesellschaftliche Teilhabe. Sie werden zu aktiven Gestalter*innen von Erinnerungskultur, entwickeln Medienkompetenz, Teamfähigkeit und ein Bewusstsein für die Bedeutung historischer Verantwortung. Interessierte Initiativen und Jugendliche sind herzlich eingeladen eigene Projekte zu realisieren. Das Engagement in Schlieben-Berga macht deutlich, welches Potenzial in jungen Menschen steckt – wenn man ihnen Raum gibt, Geschichte selbst zu erforschen und sichtbar zu machen.
Anmeldung und weitere Informationen hier
Kontakt:
Maria Gleu
Referentin für historisch-politische Bildung im Projekt re<<member
+49 (0) 151 121 40 552 maria.gleu@ljr-brandenburg.de